Madrid hinter der Fassade: Architekturwoche öffnet Schlachthof, Studentenpavillons und Gärten
Euromagazine · 6. Oktober 2026

Spanien · Architektur
Ein ehemaliger Schlachthof, Studentenpavillons und das Werk von Antonio Lamela machen die Stadt auf unterschiedliche Weise lesbar. Die Architekturwoche läuft bis zum 13. Oktober; für Dienstag, den 6. Oktober, sind konkrete Besichtigungen vorgesehen.
Paseo de la Chopera 14 war einst die Adresse des Madrider Schlachthofs. Während der Architekturwoche zeigt der Ort, was eine neue Nutzung mit einem Gebäude macht. Matadero Madrid steht am Dienstag, dem 6. Oktober, auf dem Programm, mit Besichtigungen um 11.00 und 12.30 Uhr. Die Veranstalter nennen dreißig Plätze und verlangen eine vorherige Anmeldung.
Die Semana Internacional de la Arquitectura findet 2026 zum dreiundzwanzigsten Mal statt, vom 2. bis zum 13. Oktober. Der Architektenverband COAM und seine Stiftung organisieren sie gemeinsam mit der Stadt Madrid. Die Schweiz ist Gastland. Zum Programm gehören Gebäudebesichtigungen, Ausstellungen, Gespräche und Routen durch Stadtviertel und Grünanlagen.
Ein Schlachthof bekommt neue Nutzer
Die Pavillons von Matadero wurden zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts am Manzanares gebaut. Die Architekturwoche beschreibt ihren Stil als Neomudéjar. Ab 2005 wurde das Gelände zu einem Zentrum für zeitgenössische Kultur. Die alten Hallen boten nun unter anderem Raum für Theater, Film, Musik und Werkstätten.
Der Wandel beschränkte sich nicht auf eine neue Funktion hinter derselben Tür. Auch die Straßen und Plätze zwischen den Gebäuden verbinden die einzelnen Veranstaltungsräume. Die Besichtigung behandelt somit einen ganzen Komplex: Welche vorhandenen Räume ließen sich wiederverwenden, und wie greifen sie ineinander? Die Programmbeschreibung nennt eine barrierefreie Besichtigung und verfügbare Hilfsmittel, darunter Rollstühle und Geräte für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen.
Pavillons zwischen den Gärten
Am selben Dienstag gibt es Führungen in der Residencia de Estudiantes an der Calle del Pinar 21. Das Programm nennt Startzeiten um 11.00, 12.00 und 13.00 Uhr, jeweils für höchstens 25 Besucher und mit vorheriger Anmeldung.
Hier geht es um das Verhältnis zwischen Gebäuden und Gärten. Die Pavillons gehören laut COAM zu einem bedeutenden Ensemble aus dem ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts. Als Entwerfer werden Antonio Flórez Urdapilleta und Francisco Javier de Luque genannt, mit der Jahreszahl 1915. Später folgten eine Erweiterung in den vierziger Jahren und eine Restaurierung, die 2001 abgeschlossen wurde.

Der Dichter Juan Ramón Jiménez gab dem Ort den Namen Colina de los Chopos. Dieses Detail passt zu einer Besichtigung, bei der Gebäude als Teil ihrer Umgebung betrachtet werden. Das Programm verbindet hier eine Studentenresidenz, Gärten und spätere Eingriffe; bei Matadero liegt der Schwerpunkt hingegen auf der Umnutzung eines Industriegeländes.
Ein Architekt in der Ausstellung
An der Calle Hortaleza 63 bietet die Ausstellung über Antonio Lamela einen dritten Zugang zum Thema. Lamela lebte von 1926 bis 2017 und begann laut Veranstaltern 1954 seine berufliche Tätigkeit. Sein Werk umfasst sowohl bioklimatische Gebäude als auch hängende Architektur. Die Ausstellung bleibt länger geöffnet als die Architekturwoche: bis zum 10. Dezember.
Am 6. Oktober sind außerdem eine Route durch den historischen Park El Capricho und ein Spaziergang entlang modernerer Gebäude im Stadtviertel Salamanca vorgesehen. El Capricho ist ein historischer Garten; in Salamanca führt die Außenroute an mehreren Gebäuden vorbei. Bei einigen Aktivitäten meldet der Kalender bereits ausgebuchte Plätze. Ein Eintrag im Programm garantiert deshalb noch keinen Zugang.
Praktische Informationen
Architekturwoche: 2.–13. Oktober 2026, verschiedene Orte in Madrid. Matadero liegt am Paseo de la Chopera 14; Metro Legazpi. Die Residencia-Führung beginnt an der Calle del Pinar 21; Metro Gregorio Marañón. Die offizielle Veranstaltungsseite bietet die Anmeldung und nennt Verfügbarkeit sowie mögliche Kosten je Aktivität.
Lamela-Ausstellung: COAM, Calle Hortaleza 63, montags bis freitags 9.00–20.00 Uhr; an Feiertagen geschlossen. Hierfür nennt COAM keine Anmeldepflicht. Das offizielle Programm erlaubt pro Person höchstens zwei Anmeldungen für Gebäudebesichtigungen oder Spaziergänge. Programmstand vom 4. Oktober 2026; der aktuelle Kalender nennt spätere Änderungen.
Quellen und Bildnachweise
- https://www.esmadrid.com/en/whats-on/architecture-week
- https://www.semanaarquitecturamadrid.com/eventos/matadero-madrid/
- https://www.semanaarquitecturamadrid.com/eventos/residencia-de-estudiantes/
- https://www.semanaarquitecturamadrid.com/eventos/exposicion-conmemorativa-antonio-lamela-arquitecto-1926-2017-2/
- https://www.semanaarquitecturamadrid.com/programacion/
- https://www.semanaarquitecturamadrid.com/eventos/finca-el-capricho-de-la-alameda-de-osuna-2/
Bildnachweise 1
Foto: Fred Romero / Wikimedia Commons · CC BY 2.0 · verkleinert
Bildnachweise 2
Foto: Ketamino / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · verkleinert
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