Autobahn, Péage und Vignette: Was sich an der Grenze ändert
Auf deutschen Autobahnen, französischen Mautstraßen und Schweizer Autobahnen gelten unterschiedliche Zahlungsregeln. Besonders die französische Maut ohne Schranke und die Schweizer Jahresvignette verlangen Vorbereitung.

Eine Autofahrt durch Europa sieht auf der Karte wie eine durchgehende Strecke aus. Unterwegs ändert sich jedoch, wie die Straßen bezahlt werden. Für gewöhnliche Pkw gibt es auf deutschen Autobahnen keine allgemeine streckenabhängige Maut. In Frankreich kann eine Mautstation auf der Route liegen; auf manchen Strecken erfasst aber ein Portal das Kennzeichen, ohne dass man anhalten muss. Die Schweiz verlangt auf bestimmten Autobahnen und Autostraßen eine Vignette. Der Unterschied spielt besonders bei der französischen Maut ohne Schranke eine Rolle: Sie wird nach der Fahrt abgerechnet. Eine Route durch die drei Länder verbindet somit drei Systeme, auch wenn sie sich wie eine einzige Reise anfühlt.
Das deutsche Verkehrsministerium beschreibt die Bundesfernstraßenmaut als Abgabe für Fahrzeuge, die für den Güterkraftverkehr bestimmt sind oder verwendet werden und deren technisch zulässige Gesamtmasse mehr als 3,5 Tonnen beträgt. Ein gewöhnlicher Pkw gehört nicht dazu. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass auf der Autobahn keine Verkehrsregeln gelten. Die deutsche Autobahn-Richtgeschwindigkeits-Verordnung empfiehlt Pkw selbst bei günstigen Bedingungen 130 Kilometer pro Stunde. Wo eine Höchstgeschwindigkeit ausgeschildert ist, gilt diese Begrenzung. Die Schilder können sich je nach Abschnitt unterscheiden; aus der fehlenden allgemeinen Pkw-Maut folgt keine einheitliche Geschwindigkeitsregel für die gesamte Autobahn.
In Frankreich hängen die Zahlungswege von der Strecke und der Autobahngesellschaft ab. Das Portal der französischen Autobahnbetreiber verweist Reisende für die Zahlungsmöglichkeiten auf das jeweilige Unternehmen. Bei der sogenannten péage en flux libre gibt es keine Schranke. Das französische Verkehrsministerium nennt die A79 im Département Allier und die Verbindung A13–A14 zwischen Paris und der Normandie als Beispiele. Kameras an Portalen lesen die Kennzeichen und berechnen den fälligen Betrag. Der Verkehr kann weiterfließen, doch die Straßennutzung bleibt kostenpflichtig. Nur der Zeitpunkt der Abrechnung unterscheidet sich von einer klassischen Mautstation.

Ohne funktionierenden elektronischen Mauttransponder muss der Fahrer eine solche französische Passage innerhalb von 72 Stunden bezahlen. Möglich ist die Zahlung auf der Website des zuständigen Betreibers, Sanef oder Aliae, oder an einer teilnehmenden Nirio-Verkaufsstelle. Eine vorherige Online-Registrierung ist laut Ministerium nicht erforderlich. Ein korrekt befestigter Transponder kann die Abrechnung automatisch erledigen. Das Ministerium warnt außerdem vor gefälschten SMS und E-Mails über angeblich offene Mautbeträge. Offizielle Zahlungswege führen über den Betreiber, Nirio oder einen Mauttransponder; unerwartete Zahlungslinks gehören nicht dazu. Gerade bei einer gelegentlichen Fahrt ohne Transponder ist die Frist von 72 Stunden wichtig.
In der Schweiz funktioniert das System anders. Nach Angaben des staatlichen Portals ch.ch benötigen Autos, Motorräder und bestimmte weitere Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen auf den ausgewiesenen Autobahnen und Autostraßen eine Vignette. Die Vignette 2026 kostet 40 Schweizer Franken und gilt vom 1. Dezember 2025 bis zum 31. Januar 2027. Tages-, Wochen- und Monatsvignetten gibt es nicht. Zur Wahl stehen eine Klebevignette an der Windschutzscheibe und eine elektronische Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist. Für die E-Vignette verweist das Portal auf das offizielle Via-Portal; die Klebevignette ist unter anderem an Verkaufsstellen an der Grenze erhältlich. Die Schweizer Straßenkarte kennzeichnet die vignettenpflichtigen Straßen.
Für einen gewöhnlichen Pkw ist der Unterschied praktisch klar: keine allgemeine Autobahnmaut in Deutschland, französische Maut, die je nach Strecke an einer Station oder nach Kennzeichenerfassung bezahlt wird, und eine Schweizer Vignette für die ausgewiesenen Straßen. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen können andere Abgaben gelten. Auf einer französischen Strecke ohne Schranke sind vor allem der Betreiber und die Zahlungsfrist wichtig; in der Schweiz zählen die Vignettenpflicht und bei der elektronischen Variante das richtige Kennzeichen. Für die Geschwindigkeit bleiben die Verkehrsschilder maßgeblich. Zahlstellen und betroffene Strecken stehen auf den offiziellen Seiten der jeweiligen Behörden oder Straßenbetreiber, damit die Vorbereitung zur tatsächlich gefahrenen Route passt.
Quellen und Bildnachweise
- https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/lkw-maut.htm
- https://www.gesetze-im-internet.de/babrigeschwv_1978/__1.html
- https://www.autoroutes.fr/fr/moyens-de-paiement.htm
- https://www.ecologie.gouv.fr/peage-flux-libre
- https://www.ch.ch/en/vehicles-and-traffic/how-to-behave-in-road-traffic/motorway-vignette/
Bildnachweise 1
Foto: GilPe / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle
Bildnachweise 2
Foto: FlippyFlink / Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · Bildquelle
Euro Magazine · 26. Oktober 2026
Fakten und Quellen
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