
Galleria dell'Accademia in Florenz: Wie das Museum des David sein Erbe schützt
Bei den Europäischen Tagen des Denkmals am 26. und 27. September 2026 zeigen die Florentiner Museen von GAMB, wie sie ihre Sammlungen schützen. Vom David bis zu den Instrumenten der Medici und zwei bronzenen Großherzögen.
Am Samstag, dem 26., und Sonntag, dem 27. September 2026, nehmen die Florentiner Museen von GAMB an den Europäischen Tagen des Denkmals teil. Das meldete die Galleria dell'Accademia di Firenze in ihrem Programm. Außer der Accademia gehören dazu das Museo Nazionale del Bargello, das Museo delle Cappelle Medicee und das Museo di Palazzo Davanzati. Gemeinsam bieten sie zwölf thematische Führungen von einer halben Stunde an, gehalten von Kunsthistorikern der Museen zusammen mit dem Aufsichtspersonal.
Das Thema knüpft an das diesjährige nationale und europäische Thema an. Das italienische Kulturministerium, das die Denkmaltage in Italien koordiniert, fasst es zusammen als „Proteggere il patrimonio. Rinnovare, resistere, reinventare“: das Erbe schützen durch Erneuern, Widerstand leisten und Neuerfinden. Das Ministerium bezeichnet die Denkmaltage als Initiative des Europarats und der Europäischen Kommission. Auf der europäischen Website lautet das Thema „Heritage at Risk: Revive, Resist, Reimagine“.
Ein Museum rund um den David
Die Galleria dell'Accademia ist aus einer Kunstakademie hervorgegangen. 1784 reformierte Großherzog Pietro Leopoldo der Toskana die Accademia delle Arti del Disegno, die Cosimo I. de' Medici 1563 gegründet hatte, zu einer modernen Akademie der Schönen Künste, berichtet das Museum. Die Sammlung wuchs, als Kirchen und Klöster aufgehoben wurden, 1786 auf Anordnung von Pietro Leopoldo und 1810 auf Anordnung Napoleons.
Entscheidend war die Ankunft von Michelangelos David. Die Marmorstatue, geschaffen zwischen 1501 und 1504, stand auf der Piazza della Signoria. Der Bildhauer Lorenzo Bartolini warnte bereits 1842, dass die Statue durch Wind und Wetter litt, schreibt die Region Toskana auf ihrem Portal intoscana. Eine Kommission stellte 1866 fest, dass eine Verlegung dringend war.
Zwischen dem 30. Juli und dem 8. August 1873 gelangte die Statue auf einem Gestell aus Holz und Eisen über Schienen in die Accademia, schreibt intoscana. Dort wartete der David noch neun Jahre in einer Holzkiste, bis die Tribuna fertig war, der Saal, den der Architekt Emilio De Fabris für die Statue entwarf. Die heutige Galleria dell'Accademia wurde 1882 gegründet, meldet das Museum.
Schützen heißt auch pflegen

Was Schutz in der Praxis bedeutet, zeigt der Rest des Programms. In der Accademia geht Elvira Altiero auf die Sammlung zwischen musealer Präsentation und Restaurierungen ein. Alessandra Nardi erzählt, wie das Museum Musikinstrumente aufbewahrt und restauriert, und Silvia De Luca verfolgt Polyptychen von der Kirche ins Museum.
Diese Instrumente sind etwas Besonderes. Das Museum zeigt rund fünfzig Musikinstrumente aus den Sammlungen der Großherzöge aus den Familien Medici und Lorena, zusammengetragen zwischen der zweiten Hälfte des 17. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darunter sind eine Bratsche und ein Cello von Antonio Stradivari, aus einem Quintett, das er 1690 für Großprinz Ferdinando de' Medici baute, und ein ovales Spinett von Bartolomeo Cristofori.
In den Cappelle Medicee erzählt Federica Franci von der Restaurierungsgeschichte zweier Bronzestatuen: Großherzog Ferdinando I. und sein Sohn Cosimo II. in der Cappella dei Principi. Diese Statuen wurden gerade behandelt. Staub und feine Verschmutzungen hatten die Farbe der Bronze stumpf werden lassen, meldet GAMB. Bei Ferdinando I. wurden die Oberflächen gereinigt, teilweise mit kontrollierten Dampfstrahlen. Um gründlich reinigen zu können, wurde die Krone vorübergehend abgenommen, wobei die Restauratoren feststellten, dass sich die Befestigung des Kopfes etwas gesenkt hatte. Sie wurde fixiert. Cosimo II., bereits 2015 restauriert, wurde vor allem entstaubt und überprüft.
Die Statuen sind mehr als drei Meter hoch. Pietro Tacca arbeitete zwischen 1626 und 1634 daran. Cosimo II. war 1631 fertig, Ferdinando I. wurde erst 1646 von Taccas Sohn Ferdinando vollendet. „In Werke von dieser Bedeutung einzugreifen heißt, die volle Verantwortung für ihre Erhaltung und ihre Weitergabe an kommende Generationen zu übernehmen“, sagte GAMB-Direktorin Andreina Contessa bei der Präsentation.

Eine Reihe weißer Gipsbüsten von Frauen auf einem Brett in der Gipsoteca Bartolini der Galleria dell'Accademia in Florenz. · Francesco Bini, CC BY-SA 4.0