
Monets Iris bei Sotheby's in Paris: das verborgene Bild und wo Sie seine Schwertlilien sehen
Am 22. Oktober 2026 versteigert Sotheby's in Paris Iris, ein spätes Gemälde, das Claude Monet in Giverny malte und das jahrzehntelang im Verborgenen blieb. Was für ein Bild es ist, warum es verborgen blieb und wo Sie Monets Schwertlilien und Seerosen in Frankreich sehen können.
Claude Monets Gemälde Iris kommt am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, bei Sotheby's in Paris unter den Hammer. The Art Newspaper und Euronews berichteten am 17. und 18. September 2026 darüber. Sie erwarten, dass Iris den Rekord für das teuerste jemals in Frankreich versteigerte Gemälde bricht. Das Auktionshaus schätzt den Erlös auf 22 bis 30 Millionen Euro. Was das Bild tatsächlich einbringt, zeigt sich erst am Abend der Auktion.
Iris ist ein großes Spätwerk im Format 160 mal 180 Zentimeter. Monet malte es um 1924/25 in Giverny, dem Dorf in der Normandie, in dem er lebte. Das Gemälde ist das Glanzstück einer Auktion von 28 Werken aus der Sammlung von Jeanne Schlumberger (1889-1983). Sotheby's schätzt die gesamte Sammlung auf mehr als 40 Millionen Euro. Einen zweiten Monet aus derselben Sammlung, Saule pleureur (Trauerweide), schätzt Sotheby's auf 9 bis 12 Millionen Euro.
Warum Iris so lange im Verborgenen blieb
Bis Sotheby's es Mitte September in Paris zeigte, war Iris nie öffentlich zu sehen. Seit Jeanne Schlumberger es gekauft hatte, blieb es im Besitz ihrer Familie. Auch der Rest der Sammlung blieb jahrzehntelang unter Verschluss. Viele Werke wurden nie außerhalb der Familie gesehen, denn Jeanne Schlumberger lieh ihre Sammlung nur selten an Museen aus, schreibt The Art Newspaper.
Nach Monets Tod ging das Gemälde an seinen Sohn Michel Monet. Anschließend gelangte es über die Pariser Galeristin Katia Granoff zu Jeanne Schlumberger, wie Sotheby's in der Provenienz des Werks angibt. Granoff kaufte den Atelierbestand von Michel Monet, darunter viele Arbeiten aus den letzten Lebensjahren seines Vaters. Schlumberger half, diesen Ankauf zu finanzieren.
Die späten Monets waren damals nicht gefragt. Bei Monets Tod stießen sie auf Unverständnis: Manche Kritiker sahen darin das Werk eines blinden oder senilen Malers, sagte Thomas Bompard, Spezialist bei Sotheby's, das die Auktion ausrichtet, gegenüber The Art Newspaper. „Sie wusste, als sie diese beiden außergewöhnlichen Gemälde kaufte, dass solche Monets überhaupt nicht in Mode waren“, sagte er über Schlumberger.
Manche Kunsthistoriker sehen die späten Bilder heute als Brücke zur abstrakten Kunst.
Vom Garten in Giverny in die Säle der Orangerie

Monet lebte von 1883 bis zu seinem Tod im Jahr 1926 in Giverny. Er legte dort zwei Gärten an, wie die Verwaltung seines Hauses und seiner Gärten mitteilt. Am Haus lag der Clos Normand, ein Garten von einem Hektar. Monet bepflanzte ihn dicht mit Blumen wie Tulpen, Narzissen, Pfingstrosen und Schwertlilien. Manche Beete erhielten eine einzige Farbe, als würde er Farbe auf seiner Palette bereitlegen.
Schwertlilien gehörten zu Monets Lieblingsblumen, schreibt die Verwaltung. Er pflanzte sie und malte sie oft.
Laut der Verwaltung kaufte Monet 1893 Land auf der anderen Seite der Bahnlinie. Er leitete einen Seitenarm des Flusses Epte um, ließ eine japanische Brücke bauen und pflanzte Seerosen in den neuen Teich. Ab 1897 malte er die Seerosen in diesem Teich. Die Serie Nymphéas (Seerosen) umfasst mehr als zweihundert Gemälde und beschäftigte ihn bis zu seinem Tod, teilt das Musée de l'Orangerie mit.
In diesen Jahren verschlechterten sich seine Augen. Monet litt am Grauen Star und ließ sich im Januar 1923 operieren.
Am Tag nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 bot er Frankreich seine großen Seerosentafeln als Zeichen des Friedens an. 1927, einige Monate nach seinem Tod, wurden sie im Musée de l'Orangerie in Paris installiert.
Wo Sie Monets Schwertlilien und Seerosen in Frankreich sehen
Giverny. Monets Haus und Gärten können besichtigt werden. Am schönsten blühen die Schwertlilien in der zweiten Maihälfte, teilt die Verwaltung mit. Dann säumen sie die Hälfte des Clos Normand. Monets Gemälde seines Gartens mit Schwertlilien aus dem Jahr 1900, Der Garten des Künstlers in Giverny, hängt laut der Verwaltung im Musée d'Orsay in Paris.
Musée de l'Orangerie, Paris. Hier hängen die acht großen Seerosenkompositionen in zwei ovalen Sälen, so wie Monet selbst es sich ausgedacht hatte. Die Säle erhalten Tageslicht durch ein Glasdach, teilt das Museum mit. Zusammen bedecken die Gemälde fast hundert Meter Wand. Hundert Jahre nach Monets Tod zeigt das Museum vom 30. September 2026 bis zum 25. Januar 2027 außerdem die Ausstellung Monet, peindre le temps (Monet, die Zeit malen) mit fast vierzig seiner Gemälde.
Musée Marmottan Monet, Paris. Hier hängt Impression, soleil levant von 1872, das Gemälde, das den Impressionisten ihren Namen gab. 1966 erbte das Museum über Michel Monet mehr als hundert Gemälde, teilt das Marmottan selbst mit. Darunter sind große Seerosenbilder und Gartenansichten aus Giverny, die Monet zu Lebzeiten nie gezeigt hat.

Ein anderes Werk von Monet, nicht das versteigerte Gemälde: Seitenarm der Seine bei Giverny (Nebel), 1897, aus seiner Serie der Morgen an der Seine. Links hängen Bäume über dem Wasser; der Rest der Leinwand ist heller, lilablauer Nebel. · Claude Monet, CC BY-SA 4.0