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Ceuta liegt in Afrika. Warum liegt die Stadt außerhalb des europäischen Zollgebiets?

Ein Besuch des spanischen Königspaars rückt Ceuta wieder in den Blick. Die Grenze Spaniens ist hier zugleich eine besondere Handelsgrenze.

Panorama von Ceuta mit Hafen und Küste.
Panorama von Ceuta vom Mirador de Isabel II aus. Bildnachweise

Wer mit dem Finger über die Karte Europas fährt, findet Ceuta nicht zwischen Madrid und dem Mittelmeer. Die spanische Stadt liegt an der nordafrikanischen Küste, direkt neben Marokko. Trotzdem gehört sie zu Spanien. König Felipe und Königin Letizia besuchten die Stadt am 14. Oktober, gut zwei Monate nach einer großen Grenzkrise. Die NOS berichtet, dass die Aufmerksamkeit für die Stadt auf dem spanischen Festland danach nachließ. Die Lage wirft auch eine praktische Frage auf: Welche Regeln gelten für Waren, die von hier nach Europa gelangen?

Ceuta ist spanisches Staatsgebiet, gehört aber nicht zum Zollgebiet der Europäischen Union. Das ist kein geografisches Versehen und auch kein Hinweis darauf, dass die Stadt nicht zu Spanien gehören würde. Es ist eine eigene rechtliche Entscheidung innerhalb der europäischen Handelsregeln. Die Europäische Kommission beschreibt deshalb gesondert, welche Ursprungsregeln für den Handel zwischen Ceuta, Melilla und dem EU-Zollgebiet gelten. Der Ursprung eines Produkts kann darüber entscheiden, ob es für eine Befreiung von Zöllen infrage kommt.

Zugleich beschreibt die Europäische Kommission eine wichtige Ausnahme. Erzeugnisse mit Ursprung in Ceuta oder Melilla sind bei der Einfuhr in das EU-Zollgebiet von Zöllen befreit. Umgekehrt gilt das auch für Erzeugnisse mit EU-Ursprung, die in die beiden Städte gehen. Das Wort Ursprung leistet hier echte Arbeit: Der Ort, von dem aus ein Produkt verschifft wird, ist nicht automatisch der Ort, an dem es nach den Regeln entstanden ist. Für die Feststellung dieses Ursprungs verweist die Kommission auf gesonderte Präferenzregeln.

Yachthafen und Kai von Ceuta.
Der Hafen von Ceuta, fotografiert im Jahr 2023. Bildnachweise

Auch der Handel mit Ländern außerhalb der Union folgt eigenen Vereinbarungen. Die meisten gegenseitigen Freihandelsabkommen der EU sehen nach Angaben der Kommission vor, dass Waren aus Ceuta und Melilla in den Partnerländern dieselbe Behandlung erhalten wie Waren mit Ursprung im EU-Zollgebiet. Umgekehrt gilt in Ceuta und Melilla für Waren aus solchen Partnerländern dieselbe Zollregelung wie für EU-Waren. Die Kommission weist außerdem auf die Kumulierung hin: Materialien aus verschiedenen Ländern können unter bestimmten Bedingungen beim Ursprung mitzählen. Pro Produkt kann nur ein Kumulierungssystem genutzt werden.

Diese besondere Stellung erzählt nicht die ganze Geschichte der Stadt. Beim Besuch sprach das Königspaar mit Einwohnern und Verantwortlichen über die Grenzkrise von Ende Juli. Laut NOS kamen damals mehr als 70.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta. Laut NOS herrschte unter den Einwohnern Wut, weil sie sich vom spanischen Festland nicht ausreichend unterstützt fühlten. Das Handelsregime erklärt die Ursachen des Grenzübertritts nicht. Die Grenze ist zugleich ein Ort, an dem Einwohner, Verantwortliche und der spanische Staat mit den Folgen dieser Krise umgehen müssen.

Während des Besuchs sprachen der König und die Königin laut NOS mit Einwohnern und Verantwortlichen über die Ereignisse von Ende Juli. Sie besuchten außerdem eine Schule und einen islamischen Friedhof. Dort gedachten sie der 141 Menschen, die bei dem Versuch ums Leben kamen, Ceuta zu erreichen; Hilfsorganisationen gehen laut NOS von weiteren Opfern aus. Am nächsten Tag sollte das Königspaar nach Melilla weiterreisen, in die andere spanische Stadt an der nordafrikanischen Küste.

Quellen und Bildnachweise

Bildnachweise 1

Foto: Mario Sánchez Bueno / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0 · Bildquelle

Bildnachweise 2

Foto: Américo Toledano / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Euro Magazine · 15. Oktober 2026

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