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Berlin - Entrance area to the Pergamon Museum
Deutschland · Kunst & Museen

Die Museumsinsel: fünf Museen auf einer Insel in der Spree

Berlin legte seine Sammlungen auf eine Insel im Fluss. Das ergab ein einzigartiges Ensemble und ein Problem, das nie wieder verschwindet.

Mitten in Berlin teilt sich die Spree und bildet eine langgestreckte Insel. Auf ihrer nördlichen Hälfte stehen fünf Museen beieinander, in Gehweite.

Das ist selten. In den meisten Hauptstädten liegen die großen Sammlungen über die Stadt verstreut, gewachsen, wo gerade Platz war. Hier wurden sie an einen Ort gestellt, und das war eine Entscheidung.

Warum eine Insel

Die Wahl hatte praktische und symbolische Seiten, die sich gegenseitig verstärkten.

Praktisch: Eine Insel ist begrenzt. Man weiß genau, wie viel Platz es gibt, und was man daraufstellt, steht beieinander. Für einen Staat des 19. Jahrhunderts, der seine Sammlungen ordnen wollte, war das reizvoll.

Symbolisch: Wer Museen auf ein abgetrenntes Stück Land stellt, macht daraus einen Bezirk. Man kommt nicht zufällig vorbei; man geht hin. Die Insel wurde damit zu einer Geste über den Platz von Kunst und Wissenschaft in der Stadt.

Das Problem, das sofort entstand

Und darin liegt auch gleich die Kehrseite, die früh deutlich wurde.

Als 1904 das Kaiser-Friedrich-Museum eröffnete, das heutige Bode-Museum, war bereits klar, dass mehr Raum nötig war. Eine Insel wächst nicht mit.

Das ist das strukturelle Problem dieses Ensembles. Sammlungen wachsen, Museumsanforderungen ändern sich, Klimatisierung und Barrierefreiheit verlangen Raum, der 1830 nicht nötig war. Die Grenze des Geländes aber steht fest, denn der Fluss bestimmt sie.

Was das heute bedeutet

Die Folgen sind derzeit gut zu sehen. Das Pergamonmuseum ist seit Oktober 2023 vollständig geschlossen. Das Museum kündigt an, dass der Nordflügel und der nördliche Mittelteil, unter anderem mit dem Pergamonaltar, am 4. Juni 2027 zurückkehren; der Südflügel bleibt voraussichtlich bis etwa 2037 geschlossen.

Das ist kein Einzelfall, sondern das äußerste Beispiel eines wiederkehrenden Musters: Auf der Museumsinsel ist fast immer etwas geschlossen. Wer herkommt, findet selten alle fünf Museen zugleich geöffnet.

Teils liegt das an aufgeschobener Instandhaltung und an der Geschichte der Stadt: Kriegsschäden, Teilung und Jahrzehnte, in denen auf der Ostseite wenig Geld da war. Teils ist es schlicht das, was geschieht, wenn man fünf große Gebäude an einen festen Ort stellt und sie alle zusammen altern lässt.

Was sie trotzdem besonders macht

Trotzdem, oder gerade deshalb, lohnt die Insel. Man sieht dort nicht nur Sammlungen, sondern eine Idee: dass man die Welt ordnen kann, indem man sie nebeneinanderlegt.

Die Gebäude stammen aus verschiedenen Zeiten und Stilen, stehen aber in einem Gesamtplan. Wer vom einen zum anderen geht, erledigt in zehn Minuten, was in anderen Städten einen Tag kostet.

Dass die Pflege dieses Plans inzwischen ein Projekt von Jahrzehnten geworden ist, gehört zur Rechnung. Ein Ensemble zu bauen ist eine Entscheidung; es offen zu halten ist eine Verpflichtung ohne Enddatum.

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