
Pompeji: Was Archäologen und Restauratoren jetzt in der ausgegrabenen Stadt tun
Am Freitag, dem 25. September 2026, berichten Forschende des Archäologischen Parks von Pompeji über ihre Arbeit. Wie man eine Stadt instand hält, die seit dem 18. Jahrhundert ausgegraben wird, und wo heute noch gegraben wird.
Am Freitag, dem 25. September 2026, nimmt der Archäologische Park von Pompeji an der Europäischen Nacht der Forschenden teil. In der Bibliothek Giuseppe Fiorelli des Parks berichten Archäologen, Restauratoren, Anthropologen, Ingenieure und Architekten in kurzen, fortlaufenden Gesprächen über ihre laufenden Projekte, meldete der Parco archeologico di Pompei am 22. September. Der Park bezeichnet die antike Stadt als Forschungslabor unter freiem Himmel.
Wer die Liste der Themen liest, sieht, was in Pompeji eigentlich geschieht, fernab der berühmten Fresken: Ausgrabungen kartieren, Archive durchforsten, Mauern instand halten, Malereien schützen.
Eine Stadt, die seit Jahrhunderten ausgegraben wird
Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 begrub die römischen Städte Pompeji und Herculaneum. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden sie Schritt für Schritt ausgegraben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, schreibt das italienische Kulturministerium. In Pompeji umfasst die ausgegrabene Fläche laut dem Ministerium 44 Hektar. Seit 1997 stehen Pompeji, Herculaneum und die Villen von Torre Annunziata laut dem Ministerium gemeinsam auf der Welterbeliste.
All diese Ausgrabungen haben selbst eine Geschichte. Beim Forschungsabend zeigen Pia Kastenmeier und Fiona Proto anhand eines neuen digitalen Atlas des Parks, wann welcher Teil der Stadt ausgegraben wurde. Rosanna De Simone berichtet über die Unterlagen früherer Pompeji-Forscher im historischen Archiv des Parks.
Ein gutes Beispiel für eine solche alte Ausgrabung ist der Isistempel. Er kam 1764 zum Vorschein und war das erste religiöse Gebäude, das in Pompeji ausgegraben wurde, schreibt das Archäologische Nationalmuseum Neapel. Die Wandmalereien waren außergewöhnlich gut erhalten. Dieses Museum zeigt die Funde aus dem Heiligtum gemeinsam in einem eigenen Saal. In Pompeji selbst stellt Ilaria Cangiano die Phasen von Forschung, Ausgrabung, Restaurierung und Zugänglichkeit des Tempels vor.
Instandhaltung statt Rettung

Eine ausgegrabene Stadt ist verletzlich. Wetter und Besucher sind ein ständiges Risiko für Mauern und Malereien. Der Park arbeitet deshalb mit einem festen System aus Kontrolle und Instandhaltung, wie er selbst beschreibt. Ein Team aus Archäologen, Architekten, Restauratoren und Handwerkern inspiziert, plant und greift im Notfall ein.
Der Schwerpunkt liegt auf der Vorbeugung. Der Park kontrolliert den Abfluss des Regenwassers, legt zu bestimmten Jahreszeiten Abdeckungen über nicht überdachte Böden, steuert den Andrang der Besucher und legt Gehwege an. Mauern und bemalte Oberflächen werden nach festen Protokollen gereinigt, stabilisiert und geschützt. Die Idee ist einfach: Wer ständig instand hält, muss seltener tiefgreifend und kostspielig restaurieren. Teresa Virtuoso und Giandomenico Facella berichten am 25. September über diese geplante Instandhaltung, Rosaria Cefariello und Vittoria Cutolo über den Schutz der Malereien und Dekorationen.
Daneben lief ein großes Programm. Mit einem Gesetzesdekret von 2011 rief die italienische Regierung laut dem Park das Grande Progetto Pompei ins Leben, ein Programm für Konservierung, Prävention, Instandhaltung und Restaurierung. Es zielte unter anderem darauf ab, die noch nicht ausgegrabenen Erdwälle sicherer zu machen, die Häuserblöcke zu sichern, Mauern und bemalte Oberflächen zu verstärken und Gebäude vor der Witterung zu schützen.
Der Andrang bleibt ein Thema. Der Park arbeitet mit personalisierten Eintrittskarten und einer Tagesobergrenze von zwanzigtausend Besuchern.
Es wird weiter gegraben
Pompeji ist noch nicht fertig. Beim Forschungsabend berichtet Gennaro Iovino über die Ausgrabung der Casa del Tiaso in der Regio IX. Die Gespräche sollen laut dem Park zeigen, welche verschiedenen Fachgebiete nötig sind, um Pompeji zu verstehen und zu schützen. Alessandra Zambrano spricht über Digitalisierung und neue Techniken.

Säulen und Mauern am Forum von Pompeji, dahinter der Vesuv unter einem hellen Himmel; unten gehen Besucher. · Takver from Australia, CC BY-SA 2.0