EUROMagazine
Deutsch

Von der Brüsseler Konferenz zum Genter Kai: Was bringt ein Stadtplan voran?

Die Europäische Woche der Regionen und Städte endete am Mittwoch in Brüssel. Ein Wohnprojekt an den Genter Oude Dokken zeigt, wie konkret die Fragen hinter einem solchen Treffen sind.

Der Mont des Arts in Brüssel.
Brüssel als allgemeines Stadtbild; kein Foto der Konferenz. Bildnachweise

In Brüssel gingen am 14. Oktober drei Tage Gespräche über Regionen und Städte zu Ende. Verantwortliche, Forschende und Gemeinden besprachen, wie die europäische Zusammenarbeit bei Arbeit, Wohnen und Erreichbarkeit helfen kann. Ein Programmpunkt zu mittelgroßen Städten drehte sich ausdrücklich um bezahlbaren Wohnraum, Angebote vor Ort und die Möglichkeit, in der eigenen Region zu bleiben. An den Genter Oude Dokken sind diese Themen mit einem konkreten Stadterneuerungsprojekt verbunden: einem neuen Viertel rund um ehemalige Hafenbecken.

Die Oude Dokken liegen rund um das Houtdok, das Achterdok und das Handelsdok, auf ehemaligem Hafengelände. Gent entwickelt hier seit 2004 einen neuen Stadtteil. Wohnungen entstehen neben öffentlichem Raum und Nachbarschaftseinrichtungen; das Gebiet wird nicht auf einmal fertiggestellt. Die Stadt nennt es ein Stadterneuerungsprogramm und kein einzelnes Wohngebäude. In ihrer Projektbeschreibung verbindet sie den Wohnungsbau mit Plänen für Kais, Parks und anderen öffentlichen Raum rund um die Docks. Einige Teile sind fertiggestellt, an anderen wird noch gearbeitet.

Ein greifbarer Teil liegt bei Melopee. Gent meldete im März 2026, dass dort fünfzehn bezahlbare Mietwohnungen bezugsfertig waren, verteilt auf zwei Gebäude von Bolders Beluik. Zehn sind als Budget-Mietwohnungen gedacht und fünf als Sozialwohnungen. Das größere Projekt De Nieuwe Dokken entlang der Schipperskaai umfasst laut der Stadt vierhundert Wohnungen, darunter 89 Sozialwohnungen und 75 Budget-Mietwohnungen. Das städtische Entwicklungsunternehmen sogent realisiert dieses Projekt gemeinsam mit Schipperskaai Development. Die Zahlen sagen nicht, wie viele Menschen inzwischen in allen Teilen des Viertels wohnen.

Die Graslei in Gent mit Fassaden am Wasser.
Die Graslei in Gent als Stadtbild; das sind nicht die Oude Dokken und auch nicht das Wohnprojekt bei Melopee. Bildnachweise

Das Brüsseler Programm brachte für dieses Projekt nachweislich weder neue Wohnungen noch Geld. Die Konferenz war ein Ort, um Beispiele und Instrumente auszutauschen. In einer Sitzung zu mittelgroßen Städten stand die Rolle der Städte als Knotenpunkt für Dienstleistungen, Arbeit und ihr Umland im Mittelpunkt; ein Projektmanager der Stadt Gent stand unter den angekündigten Rednern. Der Genter Kai ist deshalb ein brauchbarer konkreter Fall, um die Fragen zu verstehen, ohne seine fünfzehn neuen Mietwohnungen als Ergebnis von drei Konferenztagen darzustellen.

Auf Straßenebene kommen diese Themen zusammen. Gent beschreibt bei den Oude Dokken Projekte für Wohnen, Kais, Parks und Wasser. Die fünfzehn Mietwohnungen bei Melopee sind laut der Stadt fertiggestellt; für den Park neben dem Stadtgebäude Melopee meldete die Stadt im März, dass die Arbeiten noch liefen. Ein europäisches Treffen bietet Raum für den Austausch von Erfahrungen, doch ein festgestellter Zusammenhang zwischen der Brüsseler Sitzung und einer Änderung des Genter Plans besteht nicht.

Die Woche der Regionen und Städte ist vorbei; die Oude Dokken werden weiterentwickelt. Beim Projekt De Nieuwe Dokken sind Sozial- und Budget-Mietwohnungen Teil der von Gent beschriebenen vierhundert Wohnungen. Die Stadt meldete im März, dass der Park zwischen den neuen Wohnungen und dem Stadtgebäude Melopee bis zum Sommer 2026 fertig sein sollte. Diese Planung ist eine Mitteilung der Stadt vom März und keine Bestätigung, dass der Park inzwischen fertiggestellt ist.

Quellen und Bildnachweise

Bildnachweise 1

Foto: Julian Lupyan / Wikimedia Commons · CC0 1.0 · Bildquelle

Bildnachweise 2

Foto: Foto: Lichtinval.be / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Euro Magazine · 15. Oktober 2026

1

2

3

4

5

6

    Rubriken

    StartseiteStadt & RegionNatur & LandschaftKunst & MuseenReisenEssen & TrinkenWetter & StaunenAlle Geschichten